Menschenopfer in Luhansk – Das Heiligtum von Mergeleva

Originalartikel unter: https://www.theguardian.com/world/2006/sep/08/ukraine.tomparfitt


Einleitung:

Das eurasiatische Tiefland, (auch „Nord-Pontischer Steppengürtel“ genannt) ist eine, von Vieh- und Weidewirtschaft geprägte, Waldsteppe und zieht sich von der Donauebene bis zu den südlichen Ausläufern des Ural, nach Transkaspien. Dieses weitläufige Steppengebiet stellt möglicherweise die Urheimat der indoeuropäischen Kultur dar. Aufgrund der langen Abschottung dieser Weltgegend in den Zeiten der Sowjetunion ist diese sagenumwobene Landmasse, einst Siedlungsgebiet von Griechen, Skythen, Sarmaten und Hunnen, archäologisch so gut wie garnicht erschlossen. Im Jahre 2006 jedoch, rückt die hügelige Landschaft der Oblast (vgl. Landkreis) Luhansk im Osten der Ukraine mit einem Mal in den Mittelpunkt des Interesses aller, welche sich mit der Geschichte des europäischen Ostens befassen. Auf dem Hügelkamm von Mergelevka, rund 30 km von der gleichnamigen Provinzhauptstadt Luhansk entfernt, fand eine Gruppe von Studenten der örtlichen Universität etwas, dass bereits als „Pyramiden der Ukraine“ bekannt geworden ist.

– Sebastian Jenesl


Artikel:

Archäologen in der Ukraine haben die Überreste einer alten pyramidenförmigen Struktur ausgegraben, deren Alter mindesten 300 Jahre vor dem Bau der ägyptischen Pyramiden datiert. In der Nähe der östlichen Stadt Lugansk wurden die steinernen Fundamente eines Bauwerks entdeckt, das aztekischen und sumerischen Zigguraten in ähnelt.

Es wird angenommen, dass es vor etwa fünf Jahrtausenden, während der frühen Bronzezeit, von Animisten erbaut wurde, die einen Sonnengott verehrten. Die „Pyramide“ ist in der Tat ein Komplex von Tempeln und Opfer-Altären bis zu einem geformten Hang mit Stufen an den Seiten.

Viktor Klochko, Leiter der Ausgrabung, sagte, die Entdeckung sei von internationaler Bedeutung. „Dies ist das erste Monument seines Alters und seiner Art in Osteuropa“, sagte er den Reportern. „Es verändert unsere ganze Vorstellung von der sozialen Struktur und dem Entwicklungsniveau der Viehzüchter und Landwirte, die die direkten Vorfahren der meisten europäischen Völker waren.“

Es gibt etwa 100 Pyramiden in Ägypten, und die Reste der mesopotamischen Pyramiden sind im Irak und im Iran bewahrt. Ziggurate werden auch in Mexiko gefunden, und die Nubier bauten Pyramiden als Bestattungsstätten für Monarchen im Niltal. Aber Pyramidenstrukturen in Europa sind selten. Eine der wenigen ist eine römische Pyramide in der Nähe von Nizza, Frankreich, die von Legionären erbaut wurde, die in einem ägyptischen Kult anhingen.

Obwohl Gräber am Standort Lugansk gefunden wurden, glauben Archäologen, dass das Heiligtum zum opfern von Menschen durch Verbrennung verwendet wurde und nicht als Begräbnisstätte. „Die Menschen lebten in den umliegenden Tälern und kletterten hinauf, um ihre Zeremonien durchzuführen“, sagte Klochko. „Sie hatten einen heidnischen Kult, der sich der Sonne verneigte, wie die Vorfahren der Slawen.“

Überreste von Opfern, Asche und Keramiken wurden am Standort gefunden, aber kein Schmuck oder Schatz. Der Komplex, der drei Viertel einer Quadratmeile bedeckte und ungefähr 60 Meter hoch war, wurde vermutlich für 2.000 Jahre verwendet.

„Was mich am meisten überrascht hat, ist das Ausmaß dieses enormen Komplexes“, sagte Stanislav Mogilny, der an der Ausgrabung arbeitete, dem russischen Fernsehen. Es ist einfach unglaublich – ein titanisches Meisterstück. „


Mergeleva Ridge ist eine alte mystisch-religiöse Stätte, welche mit dem heidnischen Glauben der alten Slawen verbunden ist. Dies ist einer der einzigartigsten Orte in der Region Luhansk, in der Nähe des Dorfes Stepanovka.

Dieses einzigartige archäologische Denkmal in der Ukraine scheint eine zusammenhängende Reihe von Steinstrukturen, Hügeln und Steinstraßen, mit einer Gesamtfläche von etwa einem Quadratkilometer, darzustellen.

Archäologen und Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Daten auf nichts anderes als ein altes Heiligtum hinweisen. Mit modernen Technologien haben die Wissenschaftler das Alter der Ausgrabung ermittelt – etwa 5000 Jahre. Dies bestätigt die Annahme, dass es im Jahre 3000 v. Chr. bereits menschliche Siedlungen in dieser Region gab. Und deshalb ist dieses Kulturdenkmal 300 Jahre älter als die erste ägyptische Pyramide und 500 Jahre älter als der erste Stein von Stonehenge.

Nach Schätzungen der Archäologen ist die Arbeit, die während des Baues dieses Heiligtums (Verarbeitung, Transport, Verlegung von Steinplatten) durchgeführt wurde, vergleichbar mit dem Bau der Pyramiden im alten Ägypten. Aber wenn eine Gegenwart des alten Staates eine historisch bewiesene Tatsache hat, so ist die Kultur dieses Volkes ein Geheimnis für die Wissenschaftler. Heute sagen Archäologen, dass dieser Ort ein Herz von vier Kulturen ist.

Die Forscher haben in einem kleinen Abschnitt mehrere Steinkreise mit regelmäßiger Form entdeckt. Zahlreiche Altäre, Grabstätten und dutzende von Gefäßen mit menschlichen Überresten wurden hier gefunden. Was ist es? Eine weitere Nekropole? Diese Frage bleibt unbeantwortet.

Die Menschen haben sich hier nicht zufällig angesiedelt, es ist der höchste Platz in der Region, hier hat man die Gelegenheit, die ersten Sonnenstrahlen zu empfangen. Es ist bekannt, daß die Anbetung der Sonne die Grundlage der heidnischen Religionen der hießigen Kulturen war.

Laut Experten stellen die Entdeckungen auf  dem Hügelkamm von Mergeleva eine Erweiterung der europäischen Skala dar: Es ist die erste ständige Ansiedlung einer Kultur, welche Sonnenverehrung praktizierte. Dieses Heiligtum wurde gleichzeitig von verschiedenen Stämmen verwendet.


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