Reihe Bestattungsriten – Teil 11: Das Mädchen von Egtved

In unserer Reihe über die Bestattungsriten der Ur- und Frühgeschichte kommen wir eher selten in die Situation, uns mit einer Einzelbestattung auseinander zu setzen. Eine Ausnahme stellt hier die Grablege des Mächens von Egtved dar. Aufgrund seiner (bisherigen) Einzigartigekeit ist dieses Begräbnis durhaus eine genauere Betrachtung wert.

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Reihe Bestattungsriten – Teil 10: Der Totenbaum

Wohl keine Bestattungsform der Geschichte kann auf ein derart ambivalentes Begriffsschema zurückblicken, wie der Totenbaum. Weltweit besteht eine kulturübergreifende Verbindung zwischen Bäumen und dem mittelbaren, wie auch unmittelbaren Totenkult. In nachfolgendem Artikel wollen wir versuchen, sowohl den direkten, wie auch den rituellen Kontext der Beziehung zwischen Bäumen und dem Totenkult darzulegen.

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Reihe Bestattungsriten – Teil 09: Das Hügelgrab

Einleitung:

Für die meisten Geschichtsinteressierten ist es das Erste was ihnen in den Sinn kommt, stellt man die Frage nach frühgeschichtlichen Bestattungen: das Hünen- oder Hügelgrab. Diese Form der Grablege ist wie keine Zweite zu einem Synonym für die Altertumsgeschichte Europas und Zentralrusslands geworden, welche in ihrer kulturhistorischen Bedeutung durchaus mit den Pyramiden Ägyptens konkurrieren kann. Der Bau eines Hügelgrabes stellte eine herausragende Leistung ganzer Populationen dar, welche für den jeweiligen Herrscher erbracht wurde. Von ihrer zeitlichen Einordnung her waren Grabhügel von dem frühen Neolithikum bis in das frühe Mittelalter in Gebrauch. Dieser Fakt macht sie zu den vermutlich am längsten genutzten Grabanlagen der Menschheitsgeschichte.

– Sebastian Jenesl

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Reihe Bestattungsriten – Teil 08: Die Mumifikation

Einleitung:

In einem früheren Artikel bin ich bereits auf die wohlbekannte Praxis der Mumifizierung eingegangen. Nun widmen wir uns einer konvergenten Entwicklung, wenn nicht sogar ihrem kulturellen Vorläufer: der Mumifikation. Beide Bräuche sollten nicht verwechselt werden, stellt doch die Mumifizierung einen wissentlichen, künstlich herbeigeführten Prozess dar, während die Mumifikation auf direkte Umwelteinflüsse zurück zu führen ist. Zur Verdeutlichung vergleiche man einfach einmal die Einbalsamierung Tut-Anch-Amuns mit dem Fundzustand der Ötztaler Eismumie (auch „Ötzi“ genannt). Teilweise wurden beide Konservierungsmethoden auch gemeinsam praktiziert, bspw. bei dem zentralasiatischen Volk der Skythen. Zwar bereiteten diese ihre Verstorbenen durch Entnahme der Organe und das Ausstopfen mit Steppengras auf die Mumifizierung vor, die Konservierung selbst übernahm jedoch die Kälte des Permafrostbodens.

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Reihe Bestattungsriten – Teil 07: Die Mumifizierung

Einleitung:

Die Mumifizierung ist die wohl bekannteste Möglichkeit, Tote auf ein Leben nach dem Tod vorzubereiten. Gut dokumentiert ist schließlich die Praxis der Mumifizierung aus dem alten Ägypten, welche untrennbar mit dem Glauben an die körperliche Wiederauferstehnung verbunden war. Die korrekte Einhaltung vorgeschriebener Rituale und Handgriffe sollte dem toten Pharao ein Leben im Jenseits ermögliche, welches seinem Irdischen bis ins Detail glich. Doch nicht nur in Ägypten war die Mumifizierung verbreitet, Auch im prä-kolumbischen Südamerika, in Tibet, Zentralasien oder Japan waren Brräuche zur Konservierung der Verstorbenen bestens bekannt. Nicht zu verwechseln ist die Mumifizierung mit der Mumifikation, auf welche ich in einem späteren Artikel eingehen werde.

– Sebastian Jenesl

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Reihe Bestattungsriten – Teil 06: Die Mastaba

Einleitung:

Ein jeder kennt sie, die großartigen Pyramiden Ägyptens. Doch woher kam das Wissen diese Monumente der Menschheit zu errichten? Darüber streiten Archäologen bis heute. Ein Erklärungsansatz wäre möglicherweise, dass die alten Ägypter das Prinzip der Mastaba weitergedacht haben und dies in den großartigen, im ägyptischen MR (Grabmal, Totenhaus) genannten, Konstruktionen gipfelte, welche wir noch heute bestaunen.

– Sebastian Jenesl

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Reihe Bestattungsriten – Teil 05: Die Türme des Schweigens

Einleitung:

Sie sind in Europa beinahe unbekannt, und sind doch Bestandteil der ältesten, noch praktizierten, Begräbnisriten der Welt. Die Rede ist von den geheimnisvollen „Dahme“, den Türmen des Schweigens. Einst von den Anhängern Zarathustras eingeführt, sind sie vom antiken Persien, über Afghanistan und Pakistan, bis nach Nordindien verbreitet. Sie gelten als bestes Beispiel für Himmelsbestattungen und haben seit ihrer Entdeckung für viel Verwunderung gesorgt. Ein schönes Beispiel dafür, wie stark sich Jenseitsvorstellungen von der Unseren unterscheiden können. Ich selbst habe bei mehreren Reisen in den Iran das Glück gehabt, mehrere dieser Türme, welche in der Nähe des großen Feuertempels im Zagrosgebirge gelegen sind, bestaunen zu können.

– Sebastian Jenesl

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Reihe Bestattungsriten – Teil 04: Der Tholos (Das Kuppelgrab)

Einleitung:

Bereits in Homers Odyssee taucht der Begriff Tholos als Bezeichnung für die Kuppelförmigen Grabanlagen mykenischer Krieger und Könige auf. Diese bienenkorbförmigen Rundbauten sind ein frühes Beispiel für die Verwendung von Kraggewölben in der präklassisch-griechischen Sakralarchitektur.

– Sebastian Jenesl

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Reihe Bestattungsriten – Teil 03: Das Ganggrab

Einführung:

Und nun zum nächsten, wohl am weistesten verbreiteten, Begräbnistyp in Europa, dem megalithischen Ganggrab. Diese Form der Grablege ist typisch für die sog. Megalith-Kultur, welche in frühgeschichtlicher Zeit von Malta im Süden bis zu den Orkney-Inseln im Norden; von Westfrankreich bis nach Russland verbreitet war. Das Ganggrab entstand in der gleichen Kulturstufe wie, beispielsweise, die berühmtesten Bauwerker der Frühgeschichte: Stonehenge in Britannien, Carnac in Frankreich oder die Siedlung Skara Brae auf den besagten Orkney-Inseln, was sich auch in Gestaltung und Bauweise wiederspiegelt.

– Sebastian Jenesl

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Reihe Bestattungsriten – Teil 01: Ein systematischer Überblick

Einführung:

Beginnen wir nun hier unsere erste, thematisch sortierte, Beitragsreihe zum Thema der Bestattungsriten. Gerade bei den ältesten Kulturen der Welt sind es oft einzig ihre Gräber und Toten, welche uns etwas über die Lebensweise der Menschen verraten. Es sind, oft einzigartige, Zeugnisse des kulturellen Werdegangs einer bestimmten Kulturepoche und geben uns einen kurzen Einblick in das Seelenleben der betreffenden Völker. Beginnen wir also mit unserem ersten Beitrag, einem kurzen Überblick über die verschiedenen Arten der Bestattungen und ihre Besonderheiten.

– Sebastian Jenesl

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