Die ersten Metropolen Europas – Die Städte der Cucuteni-Tripolje-Kultur

Originalartikel unter: http://www.dainst.org/projekt/-/project-display/56643


Einleitung:

5000 vor Christus lebte im östlichen Balkanraum eine der dynamischsten und innovativsten Alt-Europäischen Kulturen. Als in Ägypten und Sumer noch Jäger und Sammler dominierten, schuf dieses Volk am Schwarzen Meer Städte mit bis zu 2000 Einzelhäuser, teils zweistöckig, welche über beinahe 1500 Jahre ständig bewohnt wurden. Sie verfügten über eine eigenes Schriftsystem, welches sie von ihren Vorfahren, der Vinca- und der Lepenski-Vir-Kultur, übernahmen und erfanden vermutlich nicht nur das Rad, sondern nutzten auch als Erste eine Art Wohnwagen um längere Strecken zurückzulegen. Kurzum, die Trypolje-Leute, wie sie auch genannt werden, dominierten den östlichen Balkan und die Waldsteppen nördlich des Schwarzen Meeres bis zur ankunft der Indo-Europäer und stehen damit am Anbeginn europäischer Siedlungsgeschichte.

(Der vorliegende Artikel basiert auf den Forschungen des DAI [Deutsches Archäologisches Institut]. Sämtliches Urheberrecht verbleibt bei diesem.)

– Sebastian Jenesl

 

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Menschenopfer in Luhansk – Das Heiligtum von Mergeleva

Originalartikel unter: https://www.theguardian.com/world/2006/sep/08/ukraine.tomparfitt


Einleitung:

Das eurasiatische Tiefland, (auch „Nord-Pontischer Steppengürtel“ genannt) ist eine, von Vieh- und Weidewirtschaft geprägte, Waldsteppe und zieht sich von der Donauebene bis zu den südlichen Ausläufern des Ural, nach Transkaspien. Dieses weitläufige Steppengebiet stellt möglicherweise die Urheimat der indoeuropäischen Kultur dar. Aufgrund der langen Abschottung dieser Weltgegend in den Zeiten der Sowjetunion ist diese sagenumwobene Landmasse, einst Siedlungsgebiet von Griechen, Skythen, Sarmaten und Hunnen, archäologisch so gut wie garnicht erschlossen. Im Jahre 2006 jedoch, rückt die hügelige Landschaft der Oblast (vgl. Landkreis) Luhansk im Osten der Ukraine mit einem Mal in den Mittelpunkt des Interesses aller, welche sich mit der Geschichte des europäischen Ostens befassen. Auf dem Hügelkamm von Mergelevka, rund 30 km von der gleichnamigen Provinzhauptstadt Luhansk entfernt, fand eine Gruppe von Studenten der örtlichen Universität etwas, dass bereits als „Pyramiden der Ukraine“ bekannt geworden ist.

– Sebastian Jenesl

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Die Kurgan-Hypothese

Einleitung:

Mit der Postulierung ihrer, als „Kurgan-Hypothese“ bekannt gewordenen, Theorie zur Ausbreitung und Entwicklung der europäischen Kultur und Sprache, lieferte Marija Gimbustas (1921 – 1998) nicht nur die, bisher, schlüssigste Theorie zur Überlappung der Ur-Europäischen Kultur durch die später dominante Indo-Europäische, sondern vermochte es auch, die, bis dahin isoliert betrachteten, archäologischen Kulturen Zentralrusslands mit einander in Beziehung zu setzen. In dem vorliegenden Artikel soll nun zunächst die zugrunde liegende Hypothese vorgestellt werden; weiterführende Artikel, sowohl zu Marija Gimbustas selbst, wie auch die betreffenden Kulturen und selbstverständlich auch die archäologischen Merkmale der Kurgane selbst, werden im folgenden noch erschöpfend behandelt. Doch nun, genug der schelen Worte. Wie immer wünsche ich allem Besuchern viel Vergnügen beim Lesen und hoffe, das sich jeder selbst seine Meinung zu bilden vermag.

– Sebastian Jenesl

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